Vortrag: Beyond the Emotional Double Bind – Effects of Female Politicians’ Emotions

Wann:
20. November 2018 um 10:00 – 11:30
2018-11-20T10:00:00+01:00
2018-11-20T11:30:00+01:00
Wo:
Campus Koblenz, Raum D239

“Do not cry, no matter what” – Diesen Rat gab Dianne Feinstein, US-amerikanische Senatorin, ihren weiblichen Kollegen in einem Interview.

Während Männer in der Politik durch den Einsatz von Emotionen wie Traurigkeit oder Ärger ihre Menschlichkeit demonstrieren und Wähler*innen mobilisieren können, wird für Politikerinnen ein “emotional double bind” diskutiert. Dabei wird angenommen, dass Frauen, die Emotionen wie Traurigkeit zeigen, bei Wähler*innen negative Assoziationen zu Frauen in Führungspositionen, wie beispielsweise Führungsschwäche und niedrige Kompetenz, aktivieren. Zeigen Sie Emotionen wie Stolz und Wut, die stereotyp eher von Männern erwartet werden, verstoßen sie damit allerdings gegen Verhaltensregeln für Frauen und müssen ebenfalls mit negativen Bewertungen rechnen.

Bisher liegen nur einige wenige US-amerikanische Studien vor, die entsprechende Effekte der Emotionen weiblicher Politiker mittels experimenteller Daten prüfen. Für Deutschland gibt es bisher keine empirischen Untersuchungen. Das ist umso überraschender, wenn man bedenkt, dass in Deutschland seit 2005 eine Frau an der Spitze der Bundesregierung steht und wichtige politische Schlüsselpositionen von Frauen besetzt sind. Der Vortrag zeigt deshalb auf Basis aktueller experimenteller Daten, wie die Emotionen dieser einflussreichen deutschen Politikerinnen auf Wähler*innen wirken. Müssen deutsche Politikerinnen mit negativen Effekten ihrer öffentlichen Emotionalität rechnen oder können sie vom Ausdruck von Emotionen profitieren?

Anna Renner ist Stipendiatin der Graduiertenschule Genderforschung und forscht im Rahmen ihrer Promotion zum Thema “Beyond the Emotional Double Bind – Effects of Female Politicians’ Emotions”.

Anmeldungen bitte per Mail an: ggf-orga@uni-koblenz.de